Gesellenstück aus Eiche: Zwei Jahrgangsbeste bei Wiggers
Aurea und Anna sind Jahrgangsbeste im Tischlerhandwerk – und bleiben im Team. Wie Annas Gesellenstück aus Eiche entstand und was das für Ihr Projekt bedeutet.

Zum zweiten Jahr in Folge kommt die Jahrgangsbeste im Tischlerhandwerk aus unserer Werkstatt: Aurea hat ihre Ausbildung im August 2025 abgeschlossen, Anna ganz frisch im August 2026 – beide als Beste ihres Jahrgangs. Und beide bleiben als Gesellinnen bei uns. Aurea im Möbelbau, Anna in der Parkett- und Treppenmontage.

Was ist ein Gesellenstück in der Tischlerausbildung eigentlich?
Das Gesellenstück ist das Finale der Tischlerausbildung: ein selbst entworfenes, selbst konstruiertes und komplett eigenhändig gebautes Möbelstück, das vor der Prüfungskommission bestehen muss. Es zeigt in einem einzigen Objekt alles, was drei Jahre Lehre ausmacht.
Anders als bei einer schriftlichen Prüfung kann man hier nichts verstecken. Jede Fuge, jede Kante, jede Holzverbindung liegt offen. Bewertet werden Entwurf und Zeichnung, die technische Konstruktion, die Sauberkeit der Ausführung und die Oberfläche – und natürlich, ob das Stück am Ende ein stimmiges Ganzes ergibt.
Genau deshalb ist das Gesellenstück für uns mehr als eine Prüfungsaufgabe. Es ist der Moment, in dem aus einer Auszubildenden eine Tischlerin wird, die eigenverantwortlich vom weißen Blatt bis zum fertigen Möbel denkt. Diese Fähigkeit brauchen wir jeden Tag, wenn ein Kundenwunsch noch keine Form hat.
KI-bearbeitetWie ist Annas Garderobenmöbel aus Eiche aufgebaut?
Annas Gesellenstück ist eine Garderobe mit Sitzbank aus massiver Eiche – mit gelb lackierter Rückwand, schwarzen Haken und Fronten aus einer Platte, in die Trockenblüten und Halme eingepresst sind. Ein echtes Einzelstück, das man so nirgends kaufen kann.
Handwerklich steckt darin bewusst nichts Beliebiges. Anna hat sich für klassische, sichtbare Holzverbindungen entschieden – also für den anspruchsvollen Weg:
- Zinkenverbindung an den Schubkästen: die traditionelle Eckverbindung, die auf Zug hält und offen zeigt, wie präzise gearbeitet wurde.
- Schlitz und Zapfen mit Keil in den Pfosten: eine Rahmenverbindung, die den Keil als konstruktives Gestaltungselement sichtbar lässt.
- Massive Eiche für Korpus, Abdeckplatte und Schubkästen – ein einheimisches Holz mit ruhiger, offener Zeichnung.
- Farbe und Blütenplatte als Kontrast: das kräftige Gelb im Rücken, die floralen Fronten als weiche Antwort auf die geradlinige Eiche.
Das Spannende ist der Zusammenklang: bodenständige Handwerkstechnik, wie sie seit Generationen funktioniert, kombiniert mit einer gestalterischen Idee, die überraschend leicht wirkt. Genau diese Mischung suchen wir auch in Kundenprojekten – Konstruktion, die hält, und Gestaltung, die berührt.
KI-bearbeitetWarum kommt die Jahrgangsbeste zweimal in Folge aus einem Betrieb?
Weil Ausbildung bei uns nicht nebenbei läuft. Unsere Auszubildenden arbeiten von Anfang an an echten Einzelanfertigungen mit, sind bei Aufmaß und Montage dabei und bekommen den ganzen Weg eines Möbels zu sehen – nicht nur einen Arbeitsschritt.
In einem familiengeführten Betrieb mit über 50 Jahren Erfahrung sitzt das Wissen im Team, nicht in einem Handbuch. Wer eine Frage hat, geht drei Schritte durch die Halle und fragt jemanden, der die Antwort schon hundertmal an der Maschine erlebt hat. Und wer bei uns eine Zinkung schneidet, tut das an denselben Maschinen und mit demselben Anspruch, wie er auch für eine Kundentreppe gilt.
Dazu gehört auch, Freiraum zu geben. Für ein Gesellenstück braucht es Platz in der Werkstatt, Zeit, Material – und Kolleginnen und Kollegen, die mitdenken, ohne die Arbeit abzunehmen. Dass das zweimal hintereinander zum besten Ergebnis eines Jahrgangs geführt hat, macht uns ehrlich stolz.

Was bedeutet das für Ihr eigenes Möbel oder Ihre Treppe?
Für Sie heißt das ganz konkret: Die Hände, die Ihr Möbel bauen, wurden bei uns ausgebildet – nach unseren Maßstäben, mit unserem Verständnis von Maßarbeit. Aurea und Anna bleiben im Team, und ihr Können fließt direkt in Kundenprojekte.
- Möbelbau: Aurea arbeitet dort, wo Einbauschränke, Sideboards und Küchen als Einzelstücke entstehen – millimetergenau auf Ihre Räume gezeichnet.
- Parkett und Treppen: Anna ist in der Montage unterwegs, dort, wo sich zeigt, ob ein Maß von der Baustelle in der Werkstatt richtig umgesetzt wurde.
- Kontinuität: Wer heute ein Projekt mit uns plant, hat in zehn Jahren noch dieselben Ansprechpartner für Nachbesserung, Ergänzung oder ein zweites Möbel im gleichen Holz.
Wir bauen bewusst nichts von der Stange. Jedes Stück beginnt mit einem Gespräch, oft bei uns im Ausstellungsraum, wo man Hölzer anfassen, Oberflächen vergleichen und Verbindungen im Original sehen kann. Was dabei gefällt, wird geplant, gezeichnet und in unserer Fertigungshalle gebaut.
Wie hängen eigene Ausbildung, Nachhaltigkeit und Regionalität zusammen?
Wer selbst ausbildet, bestimmt selbst, mit welchen Materialien und welcher Sorgfalt gearbeitet wird. Deshalb gehört bei uns von Tag eins der Umgang mit einheimischen Hölzern wie Eiche zum Handwerk dazu – kurze Wege, bekannte Herkunft, langlebige Konstruktion.
Nachhaltigkeit fängt für uns bei der Verbindung an. Ein Schubkasten mit Zinkung und ein Rahmen mit gekeiltem Zapfen halten Jahrzehnte, lassen sich reparieren und altern schön. Ein Möbel, das man nicht ersetzen muss, ist die ehrlichste Form von Ressourcenschonung.
Dazu kommt unsere Fertigung: Rund 90 Prozent der benötigten Energie erzeugen wir über die eigene Solaranlage auf dem Dach der Halle. Und weil wir hier in Nordhorn zu Hause sind, bleiben Beratung, Aufmaß, Fertigung und Montage in einer Hand – bei Menschen, die man kennt. Mehr über uns und unsere Arbeit finden Sie auf unserer Website.
Wie läuft eine Tischlerausbildung bei uns in Nordhorn ab?
Die dreijährige Ausbildung zur Tischlerin oder zum Tischler verbindet Berufsschule mit der täglichen Praxis im Betrieb – bei uns von Anfang an an echten Aufträgen, nicht an Übungsstücken in der Ecke.
Was Auszubildende bei uns erleben
- Massivholz und Plattenwerkstoffe von der Rohware bis zur fertigen Oberfläche
- Maschinen und Handwerkzeug – von der CNC-gestützten Fertigung bis zum Stemmeisen
- Aufmaß beim Kunden, Montage auf der Baustelle, Umgang mit Bauherren und Planern
- Eigene Verantwortung für Teilaufgaben, wachsend mit dem Ausbildungsjahr
- Ein eigenes Gesellenstück am Ende, das die eigene Handschrift zeigt
Wer Freude an Holz hat, gern genau arbeitet und am Abend sehen möchte, was am Morgen noch nicht existierte, ist bei uns richtig. Aurea und Anna sind der beste Beweis, dass sich dieser Weg lohnt.
Wir gratulieren beiden von Herzen – und freuen uns darauf, was in den nächsten Jahren aus ihren Händen entsteht. Weitere Antworten zu Gesellenstück, Ausbildung und Maßarbeit haben wir unten in den häufigen Fragen zusammengestellt.

Häufige Fragen
Das Gesellenstück ist das praktische Abschlussprojekt der Tischlerausbildung. Es wird selbst entworfen, konstruiert und gebaut und von der Prüfungskommission in Gestaltung, Konstruktion und Ausführung bewertet.
Sie hat klassische, sichtbare Verbindungen gewählt: Zinkenverbindungen an den Schubkästen und Schlitz-und-Zapfen mit Keil in den Pfosten – beides traditionelle Techniken, die dauerhaft halten.
Ein Gesellenstück ist ein Unikat, aber genau so arbeiten wir auch für Kunden: Wir entwerfen und bauen Ihr Möbel als Einzelanfertigung nach Maß, passend zu Ihren Räumen, Hölzern und Wünschen.
Wir arbeiten bevorzugt mit einheimischen Hölzern wie Eiche. Sie sind langlebig, gut verarbeitbar und kommen über kurze Wege zu uns.
Ja, Ausbildung ist bei uns fester Teil des Betriebs. Auszubildende arbeiten von Beginn an an echten Projekten mit – von der Werkstatt bis zur Montage beim Kunden.
Wir sind Tischlerei Wiggers GmbH & Co. KG.
Schreiben Sie uns zu Ihrem Projekt.
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